| Chronik unseres Hauses | ||||
| (verfasst von Kornelia Fahle) | ||||
| 1964 | wurde unsere Familie zum erstenmal
mit einem Pflegeheim konfrontiert, weil unser Großvater bereits seit
acht Jahren an Multipler Sklerose erkrankt war und in einem Pflegeheim in
Schotten untergebracht wurde. Seine Pflege konnte von der Großmutter
nicht gewährleistet werden. Der Großvater war angeblich zu schwer, um ihn am Abend ins Bett zu legen und morgens auf einen Stuhl oder in einen Sessel zu setzen. Aus diesem Grund mußte er Tag und Nacht an einem Tisch sitzen, der vor einer weiß gestrichenen Wand stand. Da der Großvater sich auf Grund der Erkrankung nicht bewegen konnte, starrte er den ganzen Tag auf diese weiße Wand. Diese Tatsache führte zu erheblichen Diskussionen mit dem Heimbetreiber. Schließlich einigte man sich darauf, daß mein Vater, Horst Helmholz, in diesem Heim als Pfleger arbeitete und den Großvater umbetten und versorgen konnte. Meine Mutter, Marianne Helmholz, arbeitete später dort als Köchin. |
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| 1965 | kündigten meine Eltern die Anstellung und nahmen den Großvater mit zu uns nach Hause. Was dem Großvater widerfahren war, ließ meinem Vater keine Ruhe mehr. Er plante, zeichnete und rechnete die Möglichkeit aus, ein eigenes Pflegeheim zu eröffnen, was den Rest der Familie wegen der finanziellen Mittel eher belustigte. | |||
| 1966 | wurde ein Privathaus in Schotten
gefunden, das den Ansprüchen nach entsprechendem Umbau gerecht wurde.
Die Beschaffung eines Kredites erwies sich als äußerst schwierig,
da es zu dieser Zeit in unserer Region kaum Pflegeheime gab und die Banken
sich keine Rentabilität vorstellen konnten. Letztendlich wurde ein
Kredit bewilligt, das Haus gepachtet, umgebaut und verfügte über
sieben Heimplätze. Mit Befürwortung des Gesundheitsamtes wurde
das Pflegeheim eröffnet. Das erste Haus Altenruh war entstanden. |
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| 1967 | pachteten meine Eltern ein ehemaliges
Hotel in Stornfels und bauten es zum Pflegeheim mit 17 Betten um. Das erste
Haus wurde aufgegeben. Das zweite Haus Altenruh war entstanden. Während des Umzuges von Schotten nach Stornfels verstarb leider der Großvater. Unser Haus war immer gut belegt, da viele namhafte Persönlichkeiten aus Nidda zu unseren Heimbewohnern zählten und gute Verbindungen zum Psychiatrischen Krankenhaus in Gießen bestanden. Herr Ernst Möbus, ein bedeutender und einflußreicher Bauunternehmer aus Nidda, der seinen Schwiegervater bei uns untergebracht hatte und mit der Pflege sehr zufrieden war, machte den Vorschlag, ein Pflegeheim nach neuesten Erkenntnissen und An- forderungen in Niddas Kernstadt zu errichten. |
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| 1970 | Zusammen mit Herrn Emil Lang wurde
das Projekt in Angriff genommen. Nach kurzer Planung wurde im Frühjahr
mit dem Bau begonnen und bereits am 1. Nov. des gleichen Jahres konnte es
mit 34 Plätzen eröffnet werden. Das dritte Haus Altenruh war entstanden. Trotz anfänglicher Skepsis in der Bevölkerung wurde das Haus sehr gut angenommen, so daß wir |
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| 1972 | die Pflegestation mit 10 Betten errichteten und | |||
| 1974 | erneut 19 Pflegeplätze anbauen konnten. | |||
| 1981 | wurden wir im Sommer von Hochwasser heimgesucht, das Wasser stand bis unter die Fensterbänke. Der Schaden war immens. | |||
| 1985 | erwarben meine Eltern, das bis dahin in Pacht betriebene Haus, käuflich. | |||
| 1989 | wurden dann alle Auflagen (z. B. Brandschutz, 2. Treppenhaus mit 3 Plätzen) nach den modernsten Erkenntnissen erfüllt. Wir verfügen nun über 66 genehmigte Pflegeplätze. | |||
| 1994 | am 1. Jan. kaufte ich dann zusammen mit meinem Ehemann das Alten- und Pflegeheim, dem ich bis dahin, nach meiner Ausbildung zur Krankenschwester 1973, als Pflegedienstleitung angehörte. Mein Mann, Klaus Fahle, trat 1987 als Bürokaufmann in das Heim ein, und übernahm bald die Heimleiterstelle. | |||
| 2000 | befinden wir uns in der Planung, unser Haus zeitgerecht und großzügiger zu gestalten um auch in Zukunft auf dem Markt bestehen zu können und den Anforderungen der nächsten Generation gerecht zu werden. | |||